Warum ein Böllerverbot für mich trotzdem richtig wäre
Ich erinnere mich noch gut an die Silvesterabende meiner Kindheit. Der Geruch von Feuerwerk hing in der kalten Luft, bunte Funken spiegelten sich auf nassem Asphalt, und für einen Moment schien alles stillzustehen. Diese Erinnerungen sind schön – sie gehören zu einer Zeit, die es so nicht mehr gibt.
Doch je älter ich werde, desto mehr merke ich, dass sich nicht nur die Welt verändert hat, sondern auch mein Blick auf sie. Das laute Knallen, das früher aufregend war, wirkt heute oft bedrückend. Sirenen mischen sich unter die Geräusche, Straßen sind voller Müll, und am nächsten Morgen bleibt von der Magie meist nur Rauch und Scherben übrig.
Besonders denke ich an die Tiere, die diese Nacht nicht verstehen können. An Haustiere, die zitternd unter dem Tisch liegen, und an Vögel, die panisch auffliegen. Auch an die Menschen, für die Silvester nicht Freude, sondern Angst oder Stress bedeutet.
Vielleicht ist es Zeit, loszulassen – nicht die Erinnerung, sondern die Gewohnheit. Ein Böllerverbot würde meine nostalgischen Silvester nicht auslöschen. Sie bleiben in meinem Kopf, dort, wo sie hingehören. Aber es könnte helfen, die Gegenwart ruhiger, sicherer und achtsamer zu gestalten.
Manchmal bedeutet Nostalgie nicht, alles so zu lassen wie früher, sondern zu erkennen, wann etwas seinen Platz in der Vergangenheit gefunden hat.

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